#5 Klima Biennale Wien 2026 - Kurator*innen Dorothea Trappel & Hektor Peljak

Shownotes

Die Klima Biennale Wien ist ein transdisziplinäres Festival an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft, Klima und Gesellschaft und findet in seiner zweiten Ausgabe vom 9.4. - 10.5.2026 im Stadtraum von Wien statt.

In der zweiten Spezial-Episode zur Klima Biennale Wien sprechen wir mit den Kurator*innen Dorothea Trappel und Hektor Peljak über alle Programmsäulen, machen eine imaginäre Tour durch die Ausstellung (No) Funny Games und erfahren, wie es ist, ein so großes Festival zu kuratieren, welche schönen Momente, aber auch Herausforderungen es gibt, und worauf du dich bei den weiteren Programmsäulen freuen kannst.

Mehr Infos gibt's auf unserer Website: https://www.biennale.wien/ Zum Festivalpass: https://quicket.wien-ticket.at/shop/wtoskhw/de/390 Mehr zu Public Space und (No) Funny Games: https://www.biennale.wien/programm#public-space Alle Termine im Festivalkalender: https://www.biennale.wien/kalender Mehr zu den Programmsäulen: https://www.biennale.wien/programm Mehr zum Leitthema "Unspeakable Worlds": https://www.biennale.wien/volumes/data/KBW26UnspeakableWorldsReaderFru%CC%88hjahr2025.pdf

KunstStoffe ist eine Produktion des KunstHausWien.

Moderation & Redaktion: Irene Wolfram Redaktion, Regie & Produktion: Sarah Trepte Podcast-Jingle: Dominic Grünanger Grafik: CinCin

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00:00:00: Willkommen bei Kunststoffe, dem Podcast des Kunsthaus Wien.

00:00:10: Heute mit unserem zweiten Special zur Klima-Bierneile Wien, zwanzigundzwanzig!

00:00:14: Ich bin euer Host Irene und heute gehen wir tiefer ins Programm der Klimabiernele.

00:00:19: Die Klima biernelle Wien findet heuer vom neunten vierten bis zum zehnten fünften Stadt.

00:00:23: In der letzten Folge haben wir mit Festivalleitung Sitara Paterana über das Festival im Allgemeinen gesprochen und heute setzen wir dieses Thema fort, mit zweiter KuratorInnen der Klimabionale Dorothea Trappel und Hector Pelyak.

00:00:37: Ihr habt maßgeblich an den Programmsäulen Public Space gearbeitet also an Kunst im öffentlichen Raum und dort unter anderem die Ausstellung No Funny Games kuratiert und umgesetzt.

00:00:48: Schön, dass ihr heute da seid!

00:00:49: Auch schön hier zu sein.

00:00:50: Vielen Dank für die Einladung

00:00:52: Vielleicht zum Ankommen.

00:00:53: Wie würdet ihr euch selbst vorstellen, nicht nur über eure Rolle in der Bienales, sondern auch darüber was euch in eurer Arbeit eigentlich ganz wichtig ist?

00:01:01: Ja, also ich bin eingeladen worden die Klima-Bienale mitkuratieren auch das Programm inhaltlich zu gestalten nicht nur im Public Space sondern auch bei den anderen Programmsäulen.

00:01:12: Also unsere Arbeit liegt darin auch das gesamte Programm der Klima Bienale zu kuratieren und dem einen lustvollen freutvollen Anstrich zu geben Auch im Sinne dessen dass wir hier von einer der größten Krisen, die uns alle betrifft sprechen und diese in Kunst umwandeln.

00:01:31: Ja das schließe ich mich vielleicht an.

00:01:32: also ich bin mit meinem Hintergrund im Kunstgeschichte- und Ausstellungsgestaltung eigentlich seit fünfzehn Jahren im Kunst- und Kulturbereich tätigen verschiedenen Funktionen und mir ist es dabei im Zuge meiner Arbeit immer besonders wichtig natürlich durch Kunst Räume für Diskurs und Reflexion zu eröffnen, den Publikum auf Augenhöhe begegnen.

00:01:54: Das ist auch das was wir mit diesem Festival eigentlich bezwecken und sehr stark

00:02:00: intendieren.".

00:02:01: Die Bienale steht ja unter einem sehr starken Leitthema Anspeakable Worlds, also Welten und Realitäten für die uns oft auf die Sprache fehlt.

00:02:10: Zustände, die zu komplex sind um sie vollständig zu beschreiben und die wir vielleicht eher fühlen als verstehen können.

00:02:16: Dieses Leitthema zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm.

00:02:19: was bedeutet dieses Leitentief?

00:02:20: Für euch ganz konkret im Korratieren und woran merkt ihr dass passt jetzt oder das passt jetzt vielleicht nicht hinein?

00:02:27: Ja also wenn man jetzt zum Beispiel von Kunst zum öffentlichen Raum spricht, die ja noch mal oft ganz andere Rahmenbedingungen erfüllen muss.

00:02:36: Als Kunst jetzt in einem geschlossenen Ausstellungsraum bedeutet es natürlich vor allem Positionen zu finden, die die Leute in ihrem alter gefühlener intuitiven Ebene ansprechen also frei nach dem Motto eigentlich eher berühren als belehren.

00:02:51: wir versuchen da auch wirklich niederschwelliger auf die leute zuzugehen und eine Einladung auszusprechen, in unentdeckte oder unersprechliche Welten einzutauchen und diese zu erleben.

00:03:02: Man muss dazusagen, eine Ausstellung in einem öffentlichen Raum zu korradieren bringt einen als Korridorin auf große Herausforderungen.

00:03:11: Die Produktion erfordert Zeit, Engagement und wirklich eine sehr, sehr sorgfältige Auseinandersetzung.

00:03:17: Anders als im klassischen Aussteigungsraum gibt es hier keinen Vorbereiter des Publikums, wenn man sich vorstellen kann Menschen begegnen der Kunst ungeplant mit ganz unterschiedlichsten Perspektiven.

00:03:27: dabei verschwimmen oft die Grenzen zwischen dem Alltag.

00:03:31: was ist real, was ist künstlerisch gesetzt?

00:03:34: und darin liegt genau die Stärke.

00:03:36: Nirgendwo lässt sich die sogenannte Kunstblase so konsequent... durchbrechen wie im öffentlichen Raum.

00:03:42: Kunst findet nicht mehr abgeschottet statt, sondern mitten im Leben.

00:03:46: mit der Ausstellung No Funny Games verlässt also die Klimabianale bewusst in White Cube.

00:03:50: wir öffnen uns und machen Kunst zugänglich für alle Bevölkerungsschichten.

00:03:54: Wir hoffen wirklich alle mitzunehmen!

00:03:56: Wir bemühen uns eine Kunst zu präsentieren Künstlerinnen zu präsentieren Die überraschen, die berühren und die ins Staunen versetzt.

00:04:05: Das sind schon sehr große Erwartungen, die da geschürt werden.

00:04:08: Gibt es dann einen bestimmten roten Faden diese vielen unterschiedlichen Perspektiven und Anknüpfungspunkte auch rüberzubringen?

00:04:16: Also wie bewege ich mich dort in eurer Korrektierung?

00:04:19: Gab's da ein sowie das Leitmotiv ein Thema wo ihr sagt, da bewege Ich mich entlang und so wähle ich das jetzt aus.

00:04:26: oder wie arbeitet Ihr in diesen Prozessen?

00:04:29: Dorothea und ich haben natürlich ein kuratorisches Konzept erstellt.

00:04:33: Als wir begonnen haben, diese Ausstellung zu arbeiten.

00:04:36: das ist wie viele kuratorische Konzepte oft vergleichsweise abstrakt für viele Leute vielleicht.

00:04:42: Das liefert das theoretische Konstrukt für die Ausstellung aber auch gewisse inhaltliche Anhaltspunkte.

00:04:49: es macht viele Themen auf.

00:04:50: dadurch aber dass Diese Ausstellung eigentlich in Kooperation mit vier anderen Institutionen passiert, ist eigentlich die Multiverspektivität dem Prozess inherent.

00:04:59: Das heißt... Wir hatten jetzt in manchen Fällen auch gar nicht so die Handhabe darüber, in was für ein Ausmaß dieser rote Faden da jetzt wirklich punktgenau einfließt.

00:05:09: In die Positionen sind.

00:05:10: umso glücklicher eigentlich das jetzt zum Beispiel über den Arbeiten, die wir mit Kai Libre Körg Kunst im öffentlichen Raum Museum in Progress und dem Museumsquirt hier umsetzen.

00:05:20: dieses Thema auch so gut Widerheit

00:05:22: Man könnte vielleicht auch noch sagen dass der rote faden natürlich schon so ist.

00:05:26: wie wollen wirklich eine lustvolle eine visuell sehr anstreichende Kunst?

00:05:30: Wir wollen, dass die Menschen über die Kunst stolpern.

00:05:33: Wir wollen das.

00:05:34: sie Emotionen empfinden wenn sie die Kunst sehen.

00:05:37: wir wollen zeigen es gibt Utopien Es gibt Wege mit denen wir der Krise begegnen können und auf den ersten Blick zeigen wir das Schöne Das auch Humorvolle.

00:05:48: Und erst wenn sich das Publikum ihrer Zibäntinnen Mit der Kunst auseinandersetzen Sehen Sie das unter jeder einzelnen Position.

00:05:56: ein ganz ganz Ernster.

00:06:00: Die Ausstellung No Funny Games hat ja insgesamt zehn künstlerische Positionen.

00:06:06: Wie habt ihr die ausgewählt?

00:06:07: Also, ihr habt sie auch mit Partnern und Künstlerninnen zusammengearbeitet.

00:06:11: zu den jeweiligen Positionen?

00:06:13: Wie ist da die Auswahl zustande gekommen?

00:06:15: Genau also das ist sehr unterschiedlich vonstatten gegangen.

00:06:20: Teilweise kommen künstlersche Positionen in der Ausstellung vor von Leuten, die wir schon den Arbeiten länger kennen, die wird schon länger beobachten.

00:06:28: Manchmal Leute, mit denen wir schon zusammengearbeitet haben.

00:06:31: Manchmal Menschen, mit dem wir schon immer zusammenarbeiten wollten.

00:06:34: also wir sind zum Beispiel extrem glücklich darüber das River Cloud oder Zeng Mahler zugesagt haben nachdem wir sie kontaktiert haben was für uns zu machen ist von wirklich Leuten die jetzt nicht unbedingt aus unserer näheren Umgebung kommen.

00:06:47: und dann gibt es wieder Leute mit denen uns eine engere Beziehung verbindet wo wir uns umso mehr darüber gefreut haben in einer sehr kollaborativen Prozess hineingehen zu können.

00:06:58: Eine Position, die natürlich auch schon früh feststand für uns.

00:07:01: Weil ich schon früher mal das Vergnügen hatte mit ihr zusammen zu arbeiten war Margot Pilz von der recht bald für uns klar war dass wir und dass wir ihre Arbeit im Kontext der Klimakrise sehr gerne wieder aufnehmen wollen und neu in der Jetztzeit verorten.

00:07:17: Und dann gab es natürlich auch die die Positionen, die wir gemeinsam mit unseren PartnerInnen umsetzen die, wo manche von innen anhand des Konzepts uns Vorschläge gemacht haben und wieder bei manchen gab es engeren Austausch im Bezug auf die Künstlerinnen-Auswahl.

00:07:34: Also gerade was die PartnerInnen angeht waren wir sehr glücklich dass wir uns natürlich auf sehr unterschiedliche, sehr langjährige Expertisen verlassen konnten, die auch aus verschiedenen Bereichen kommen und dadurch noch mal neue Publikumsschichten für uns aufmachen.

00:07:48: also das Museumsquartier Mit der Artbox kuratiert natürlich ganz anders und für ein anderes Publikum als jetzt zum Beispiel K.E.Liebender, wo viel Erfahrung im Speedart-Bereich da ist oder Museum in Progress die eigentlich seit den frühen Neunzigern durch Interventionen im öffentlichen Raum und in Werbemedien Die Leute genau so wie wir das auch mit unserer Ausstellung versuchen auf eine sehr niederschwellige und überraschende Art und Weise treffen.

00:08:14: Und dann gibt es natürlich Expertinnen wie Kirk uns im öffentliche Raum die natürlich die Institutionen sehen, wenn man in Wien von großformatigen Kunstinstallationen im öffentlichen Raum spricht und die auch wirklich die Stadt für das öffentliche Kunsterleben ist eigentlich seit der Zehnten kuratieren.

00:08:33: Habt ihr bei der Auswahl der KünstlerInnen und der PartnerInnen darauf geachtet, dass da auch Erfahrung schon da ist im öffentlichen Raum?

00:08:40: Also bewusst zum Beispiel auch Werke gewählt oder Künstlerin gewählt die vielleicht ausschließlich oder sehr viel im öffentlichem Raum arbeiten.

00:08:47: Oder war das kein Kriterium oder vorwiegendes Kriterum?

00:08:51: Ja, das waren natürlich auch ein vorwiegendes Kriterie.

00:08:54: Wir können natürlich im Kunst im öffentliche Raum jetzt keine sozusagen klassische Kunst hängen wie Malerei oder Zeichnung.

00:09:02: ganz genau schauen, welche Künstlerinnen sind dem auch gewachsen.

00:09:06: Wer kann wirklich große Installationen im öffentlichen Raum umsetzen?

00:09:10: Wie ist das möglich?

00:09:11: Da braucht man wirklich sehr viel Erfahrung und ein ganz eigenes Minding von den Künstlern her.

00:09:17: Es ist nicht immer bei jeder Künstlerin gegeben, dass es gewolltes Kunst-Installation in einem öffentlichen Raum zu machen.

00:09:25: Das ist ganz ein eigenes Genre.

00:09:27: Und dann kommt natürlich noch mal dazu, dass wir wirklich Künstlierinnen die sich in dem breiten Spectrum, aber doch im Spektrum der Klimakrise des Klimawandels und vielleicht auch den... momentan in Situationen, in der wir alle stecken gut auskennen und sich auch künstlerisch damit beschäftigen.

00:09:45: Wobei man schon dazusagen muss dass wir auch für uns zum Glück den einen oder anderen Kniff oder die eine oder andere Möglichkeit gefunden haben die Begrifflichkeit vom öffentlichen Raum zu erweitern und auch Sachen umzusetzen die mir vielleicht jetzt klassischerweise nicht mit Kunst im öffentlichen raum verbinden würde.

00:10:01: also wir haben zum Beispiel eine Sound Installation von Dominik Eulberg und Marcino Vicky die man in einem Vakon vom Riesenrad erkunden kann.

00:10:10: Wir haben eine Performance from Future Leaks, die im Einkaufszentrum in Wien mitten stattfindet und die Art Box auch wenn sie in einem Hof steht bietet ja doch einen geschützten Raum für eine skulpturale Installation von der Eva Seiler.

00:10:23: Wir sind einfach sehr froh, wir haben uns selbst nicht... allzu sehr beschränken müssen, weil es dann doch vor allem über Partnerschaften Möglichkeiten gegeben hat neue Orte zu öffnen für das Publikum.

00:10:34: Ich möchte da auch noch mal dahin zufügen man sieht auch oder bei unserem korridorischen Konzept dass uns einfach das Miteinander ganz wichtig ist.

00:10:42: also diese Ausstellung kann wirklich nur funktionieren und funktioniert nur deswegen weil so viele Personen und so viele Institutionen auch mitwirken.

00:10:51: und wir haben so unterschiedliche Orte eben Hector schon angesprochen das Riesenrad.

00:10:56: Wir haben Hauswände, wir haben Plakatwende, wir hatten den gesamten KS-Platz und die Kalskirche.

00:11:02: also ich könnte da jetzt auch noch ewig weiterzählen.

00:11:04: aber dass sie einfach Errungenschaften, die wir nur mit einer Miteinander mit sehr viel Kommunikation und mit sehr vielen Händereichen geschafft haben dafür müssen wir uns natürlich an jeglicher Stelle auch immer bedanken.

00:11:16: Ihr

00:11:16: habt schon Das kuratorische Konzept öfters angesprochen, das Konzept beinhaltet ja auch den Titel der Ausstellung.

00:11:22: Der Titel lautet No Funny Games wobei das no in Klammer gesetzt ist.

00:11:26: also es ist so ein bisschen ein Spiel mit Ja nein vielleicht was steckt hinter diesem Titel?

00:11:31: Was kann man sich da vorstellen?

00:11:32: Der Titl war nicht das erste was da war von der Ausstellung Sondern das Erste, was dabei waren Gespräche mit Künstlerinnen.

00:11:38: Was überhaupt Möglichkeiten wären, etwas umzusetzen?

00:11:41: Und als wir zum ersten Mal mit Anna DeKalo von FutureLeaks geredet haben und gesagt haben ... Wir wollen auf jeden Fall ein performatives Format mit dir umsetzen im Rahmen der Klimabieneile in einem öffentlichen Raum.

00:11:52: Worauf hättest du denn los, wenn dich sagt, sie hätte Bock!

00:11:55: Auf linken Populismus.

00:11:56: Sie möchte im öffentlichem Raum am liebsten eine Game-Show machen.

00:12:00: Ein wirkliches Gesellschaftsspiel.

00:12:04: Uns ist dieser Dieser Begriff des Gesellschaftsspiels einfach total hängen geblieben.

00:12:09: Und wir haben dann immer weiter in diese Richtung gedacht und haben dann auch recht bald entschlossen, dass eigentlich wirklich dieser Aspekt das vermeintlich verspielten und das vermeindlich leicht füßigen und lustigen die Art und Weise ist wie wir die Leute eigentlich ködern mit unserer Ausstellung.

00:12:27: Und es schwingt dann immer irgendwie auch so, wenn man sich ein bisschen mit Filmgeschichte auseinandersetzt natürlich Funny Games mit von Michael Harnicke was ja... Ein Film ist der jetzt auf den ersten Blick eigentlich überhaupt nicht.

00:12:43: Das widerspiegelt, was diese Ausstellung vorgibt zu sein.

00:12:46: Es ist ein Film wo extreme Gewalt passiert.

00:12:49: Gewalt, die eigentlich so überwältigend ist als Zuschauerin, am liefsten die ganze Zeit wegsehen möchte.

00:12:55: aber gleichzeitig ist es ein Film in dem diese Gewalt auch mit einer dermaßenen Naivität und Leichtflüssigkeit passiert wie man sie nur von spielenden Kindern kennt Und die Zuseherinnern werden im Rahmen der Handlung immer mehr von Tatenlust zusehenden, zum Mitverantwortlichen.

00:13:11: Also diese vierte Wand wird aufgebrochen.

00:13:13: genau das ist auch was die Ausstellung versucht.

00:13:15: sie versucht auch die Bürgerinnen der Stadt ein bisschen mit in die Verantwortung zu nehmen für Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft.

00:13:25: Und dieses No steht in Klammern, weil das ist eben kein lustiges Spiel sondern eigentlich ist klar dass die Zeit des Spiels vorbei ist.

00:13:32: Also wenn man mit den Metaphern weitermachen will, die Karten gehören neu gemischt.

00:13:36: also ja das Spiel ist einfach ernst geworden inzwischen und es ist Zeit ins Handeln zu kommen und das ist das was dieser Titel versucht auszudrücken.

00:13:44: Spiegelt

00:13:44: sich der Titel auch in den künstlerischen Positionen wieder?

00:13:48: Also ich höre da doch immer wieder das Thema Humor und Ironie, dass es einen Zugang auch öffnet.

00:13:53: Ist das ein Thema bei den Positionen selbst und spiegelt es sich im Titel?

00:13:57: Ja eigentlich schon!

00:14:00: Es ist eigentlich der Humor.

00:14:01: Und diese Leichtigkeit spiegeln sich eigentlich in allen zehn Positionen würde ich jetzt mal meinen wieder.

00:14:06: Uns ist ganz wichtig mit diesen Arbeiten kein Fingerzeug von unserer Seite auf das Publikum gerichtet wird sondern dass wir wirklich das Publikum mitnehmen wollen und überraschen wollen, das Schöne zeigen wollen.

00:14:20: Das Humorvolle – das war uns eben ganz wichtig!

00:14:22: Und diese künstlerischen Positionen drücken genau dieses Minding auch aus.

00:14:26: Also nehmen wir jetzt wieder das Riesenrad her.

00:14:29: Wir drehen uns sozusagen in luftigen Höhen hören einen wirklich ganz speziellen, ganz wunderbaren Sound von Dominik Olberg aber aufgenommen werden in der Lobau Fledermäuse und diese transkribiert der Künstler in Echtzeit, in eine Musikinstallation.

00:14:49: Und diese hört man dann eben im Riesenrat.

00:14:51: Aber wir wissen alle, die Lobau ist als grüne Lunge von Wien extrem wichtig.

00:14:56: aber wir wissen auch alles sie ist bedroht.

00:14:58: Damit meinen wir... Wir zeigen zwar Kunst, wir zeigen lustvolle schöne Kunst, aber wir zeigen sie auf eine Humorvoll, auf eine schöne Weise, aber dahinter ist immer und zwar wirklich bei jeder Position dieses ernste Thema und wir wissen dass das Publikum fähig ist und diese Themen einfach aufgreifen kann.

00:15:19: Ihr habt Margot Pilz schon erwähnt.

00:15:22: Ihre Position hat ja auch einen bestimmten Titel und findet in einem bestimmten Ort statt, nämlich an einem ganz konkreten Ort im Karlsplatz.

00:15:30: Warum habt ihr diesen Ort gewählt?

00:15:32: für diese sehr große Installation?

00:15:34: Und vielleicht wollt ihr da ein bisschen mehr dazu erzählen...

00:15:37: Ich sage mal, der Ort ist der Arbeitinherent.

00:15:39: Die Arbeit heißt Kaorle am Kalsplatz.

00:15:42: In unserem Fall Kaorla am Kalksplatz-Kalz-Platz-Kaorle-Plats-Karles-Plates-Kaalzehnzeixundzwanzig.

00:15:45: Das ist eine Arbeit die Margot Pils-Ninzen-Zweiundachtzig erstmal im Rahmen der Wiener Festwochen umgesetzt hat wo sie mit damals sehr geringen Mitteln und allein in der Produktion erstmals wirklich einen Stadtstrand erschaffen hat.

00:15:58: also Sie hat dort drei Wochen lang einen Ort aufgebaut mit Sand Mit einer Palme, die sich aus Schimbrunn ausgeliehen hat Und mit einem Klabsessel Bürgerinnen in der Stadt eingeladen waren, den öffentlichen Raum sich anzueignen und aufzuhalten.

00:16:12: Diese Ort war konsumfrei, diese Ort war offen für alle.

00:16:15: Dieser Ort hat versucht, Diskurse anzuregen.

00:16:18: Es gab einen aufblassbaren Wahl im Spiegelteich vor der Karlskirche, der Walgesänge verstrümmt hat die vom Greenpeace zur Verfügung gestellt worden sind.

00:16:27: also ganz klar auch schon ein erster Fingerzeig auf das Atemsternen.

00:16:33: Margot wird neunzig heuer.

00:16:34: Diese Arbeit liegt über vierzig Jahre zurück und alle Themen, die sie damals aufgegriffen hat sind aktueller als je zuvor.

00:16:41: Das Atemsterben wird fortgesetzt Stadtraummunden-Nutzung für die Allgemeinheit Und Mitbestimmung in der Staat ist noch immer keine Selbstverständlichkeit In vielen Bereichen.

00:16:51: Platt gesagt kann man auch sagen, wenn die Polkappen weiter so schmelzen und die Weltmähre weiter so ansteigen dann steht die Karlskirche wahrscheinlich irgendwann in einem Strand.

00:16:58: Und das war für uns auch so bis sie die Motivation dieser Arbeit neu aufzugreifen, die Margut einzuladen sich neu zu interpretieren und zu überdenken und im Rahmen der Klimabianale Wien-Wien-Sexundzwanzig nochmal für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

00:17:13: es gibt inzwischen in fast jeder Stadt dieser Welt einen Stadtstrand.

00:17:17: also zumindest der Teil des Konzepts war sehr erfolgreich.

00:17:20: Was wenige Leute mitdenken, ist dass diese Stadtstrände auch bedeuten das große Sandmengen.

00:17:26: Inzwischen weltweit von A nach B transportiert werden genauso wie für die Bauindustrie und die Betonproduktion auf der ganzen Weltstrände abgetragen werden und verschwinden.

00:17:36: Erweitert haben wir diese Position In diesem Fall um zwei jüngere zeitgenössische Positionen.

00:17:42: Wir haben die Künstlerin Piessiren aus Finnland eingeladen, die Palme, die Margot ursprünglich aus Schönbrunn mit großem Aufwand an den Kaltplatz transportiert hat inzwischen auch neu interpretiert durch ihre Installation Audi Palm Trees.

00:17:55: das sind drei Palmen, die aus Arbeitshebebühnen von der Bauindustrie und wiederverwendeten Abdeckplanen bestehen.

00:18:03: Und das Künstlerinnen-Dur Zeng Mahle aus Hong Kong bespielt sie derzeit in Restaurierung befindliche Ostsäule der Karlskirchenfassade.

00:18:11: Und Sie haben dort in Anlehnung an die Geschichte der Karls-Kirche als Mahnmal für die letzte Pest-Epidemie in Wien eine temporäre Pestzäule im Memorium der Covid-Pandemie erschaffen.

00:18:24: Kaorle am Kahlsplatz, im Jahr ist es im Rahmen des Festivalzeitraums ja auch sogenannte Aktivierungen von Partnerinstitutionen die um den Kahlsplatz herumliegen.

00:18:34: Das ist zum Beispiel das Künstlerhaus oder die Staatsoper, das Raumlabour der TU und so weiter viele andere noch dazu.

00:18:41: was genau heißt das?

00:18:42: Was bedeutet das und was erwartet die Besucher bei diesen Aktivererungen?

00:18:45: Also Aktivierung meinen wir.

00:18:48: das unterstreicht einfach nochmal das Konzept dass es miteinander ist.

00:18:51: also wir können dieser Krise nur miteinander begegnen und das spiegelt sich auch in dem Konzept der Ausstellung wieder.

00:18:57: Und wie wir alle wissen, liegen genau am Karsplatz sehr viele und sehr prominente Institutionen – Kunstinstitutionen aber natürlich auch mit TU-Bildung-Institutionen.

00:19:07: An diese haben wir uns alle gewandt und sie gebeten einen Programmpunkt eine Ausstellung, einen Talk mit beizusteuern und die Klimakrise damit in den Mittelpunkt zurück.

00:19:18: Wir freuen uns wahnsinnig, dass wirklich fast alle Institutioner, sich bereit erklärt haben, mit uns gemeinsam ein Programm zu gestalten.

00:19:27: Das geht von der Opernschule der Wiener Staatsoper bis zu einem Pop-Up-Core von der Staatsoper, bis zu dem Talk von der KS Kirche mit Theologinnen.

00:19:36: also es geht auch in spirituelle hinein.

00:19:38: Es geht hinein in die Wissenschaften mit TU Raumlabor.

00:19:41: Wir haben aber auch KooperationspartnerInnen wie zum Beispiel die Bundesforste Die einen Teil der Installation von Margaret Pilz beisteuern und ein sehr schönes Vermitteln Programme noch dazu machen.

00:19:53: Also auch diese Liste könnte ich ewig weiterführen, vielleicht möchtest du nach spezielles Zäsion hat auch ein sehr schönes Vermittlungsprogramm sind wirklich sehr begeistert und freuen uns wahnsinnig auf diese Programmpunkte die dieses Thema noch von ganz vielen verschiedenen Seiten auch beleuchtet wie wir so als korrektorisches Team gar nicht abdecken könnten.

00:20:14: und dadurch sehen wir auch Wir haben die Möglichkeiten dieser Krise zu begegnen aber wir werden es alles nur miteinander schaffen.

00:20:22: Daher freuen wir uns schon wirklich sehr auf dieses Programm.

00:20:25: Eine Frage, die ich noch an euch hätte wäre ein bisschen konkreter auf die zehn Positionen einzugehen.

00:20:32: Wir haben jetzt schon so das Herzstück ein bisschen besprochen mit Kaorle am Kalsplatz aber ihr habt sie schon ein bisschen angetiesen.

00:20:37: Das gibt es beim Riesenrad.

00:20:39: Es gibt die Artbox im Museumskredit Hier.

00:20:40: Vielleicht können Sie kurz einen Überblick geben wo sich dieser Werke befinden und wo man sich da in Wien eigentlich überall Begegnen kann.

00:20:47: Also direkt am Karsplatz beim Brunnen gibt es drei künstrische Positionen, diese werden sozusagen von uns alleine kuratiert oder sind von mir und von Hector explizit angefragt worden.

00:20:58: das ist eben Margaret Pilz von der wir jetzt schon sehr oft gesprochen haben.

00:21:02: da gibt es eben dann einen Sandstrand mit siebzig Tonnen Sand.

00:21:07: hier möchte ich auch nochmal kurz anmerken Wir sind die Klimabianale, wir bemühen uns wirklich in der Kunstproduktion sehr nachhaltig vorzugehen.

00:21:14: dieser Sand wird uns von hängen zur Verfügung gestellt.

00:21:16: Hängelmineralien, die stellen uns siebzig Tonnen Sand zur Verfügung, holen diesen auch wieder ab und können den auch wieder verwerten.

00:21:23: das ist uns wirklich ganz ganz wichtig.

00:21:25: dann gibt es auch und darauf freuen wir uns natürlich auch schon sehr besonders wird ein Walfisch aufgeblasen.

00:21:30: der wird auch regional hergestellt.

00:21:32: Wir bemühen uns wirklich bei den Positionen auf die Nachhaltigkeit zu achten Worauf wir auch ganz stolz sind fast keine Kunsttransporte.

00:21:41: Wir bemühen uns wirklich sehr, der Klimabianal in dieser Hinsicht gerecht zu werden.

00:21:46: Ja genau also wir gehen von KS Platz aus.

00:21:49: da haben wir eben dann Margot Pilz mit Kaorle am KS-Platz, im Jahr zwanzig.

00:21:54: Darin steht halt dann auch eine Installation von Pia Serén.

00:21:58: darauf ist Hector auch schon vorhin eingegangen das sind drei Hebebühnen die als Palmen sozusagen umgestaltet werden.

00:22:05: Pias Serén möchte ich auch noch mal erwähnen die Planen, die sie für sozusagen für die Blätter der Palmen verwendet.

00:22:10: Die verwenden Sie für alle ihre Kunstwerke wenn sie diese Palmen wieder aufbaut.

00:22:15: also die nimmt sie wieder mit und verwendete dann wieder was ich auch wirklich einen sehr schönen Zugang auch finde weil auch wir in der Kunstproduktion müssen uns wirklich an der Nase fassen und andere Wege finden wie wir Kunst sichtbar machen können.

00:22:26: Dann gibt es eben wie gesagt auf der Kalskirche auf der Säule Zengmala.

00:22:30: Wir haben auch eine Kommission für die Klima Bienale geschaffen also eine neue Arbeit die sich wie Hektar schon sagt der KSK auseinandersetzt, ganz explizit mit der Säule die renoviert wird und inhaltlich darauf hinweist auf die Pandemie.

00:22:44: Wo wir auch in der Pandemie gesehen haben, wir als Gesellschaft sind sehr wohl handlungsfähig und können wenn es drauf ankommt wirklich... Ganz, ganz viel bewirken.

00:22:54: Dann gehen wir weiter auf eine wirklich sehr treffende Arbeit von Volker Köbeling die vom Kör-Kunst im öffentlichen Raum korratiert wurde.

00:23:03: Die befindet sich allerdings ein bisschen weiter weg vom KS Platz in der Nähe der Kunsthalle.

00:23:08: Wir sagen immer um Spitz dazu.

00:23:10: Dort wird ein SUV von der Künstlerin aufgebaut Der sich langsam mit der Zeit zersetzt.

00:23:16: Ich glaube dieses Kunstwerk trifft die Thematik eigentlich Wie die Faust aufs Auge, da braucht man eigentlich inhaltlich wenig dazu sagen.

00:23:24: Das versteht glaube ich wirklich jeder!

00:23:26: Dann gehen wir weiter zu Museumsquartier.

00:23:29: dort wird die Künstlerin Eva Seiler In der Artbox.

00:23:34: gemeinsam ist diese korradiert von Astrid Pitterle Die Chefkorridorin des museumsquartiers.

00:23:41: Eva Seiller beschäftigt sich mit dem Zusammenleben von Mensch und Tier Und macht eine ganz feine, ganz inhaltliche durchdachte Installation und zeigt dieses Zusammenleben von Mensch und Tier.

00:23:54: Und diese Symbiose, aber auch das Ausbeuten der Tiere anhand der Seidenraube.

00:24:00: Dazu muss man auch noch mal wissen die Seiden-Raube war früher im siebten Bezirk ganz stark vertreten und es gab in Wien eine große Schönraubproduktion.

00:24:10: Ja genau also.

00:24:11: wenn wir jetzt vielleicht mit unseren fiktiven Rundgang durch Wien fortsetzen Dann würden wir uns wahrscheinlich als nächstes an die Aspernbrücke begeben, wo Museum in Progress mit dem benienstämmigen Künstler Rommoltasoumi eine sehr schöne Serie von Flaggen platzierte.

00:24:31: Dromultasume hat zehn Flaggenmotive, basierend auf dem System des Fah, konzipiert für die Klimabienale.

00:24:40: Fah ist ein Divinitionssystem der Europa sprachlichen Stämme Westafrikas und diese Symbole stellen Konzepte dafür, dass es in unserer Sprache keine sprachliche Entsprechung gibt.

00:24:52: Die müsste man quasi umschreiben und das geht eigentlich dabei um die Rückbesinnung auf ursprünglichere Werte wie zum Beispiel Gemeinschaft, die jetzt in unserem neokolonialistischen und kapitalistischen System wenig Platz finden.

00:25:08: Dann würden wir in den zweiten Bezirk weiterspezieren.

00:25:12: Dort finden wir an der Nordbahnstraße auf einer Hausfassade Der BWS-Gruppe, den Kern einer ganzen Serie die River Cloud für uns neuer schaffen hat.

00:25:21: In dieser Serie wird ein Nachbau der Puerto Del Sol in die Luft gesprengt.

00:25:26: Die Puerto del Sol ist ein archäologisches Relikt einer prekulumbianischen Kultur von der man heute nicht mehr weiß wieso sie verschwunden ist und River Cloud thematisiert eigentlich durch die Zerstörung dieses berühmten archäologicalen Relikts.

00:25:43: Also, wir sind ja so oft konfrontiert inzwischen mit diesem Damokless-Schwert des Endes der Welt.

00:25:48: Wenn die Klimakrise so weitergeht, dann ändert die Welt und River Cloud sagt naja was bedeutet schon?

00:25:53: Die Welt endet oder die Zivilisation endet.

00:25:55: wenn man jetzt nach Südamerika schaut durch den anderen kolonialisierte Länder Dann hat das Ende der Welt vor fünfhundert Jahren begonnen als die ersten Kolonialmächte dort eingezogen sind Und die Leute niedergemesselt haben, die eigentlich zu Hause waren.

00:26:09: Es geht aber natürlich auch um die Frage Also inwieweit ist das Ende oder vielleicht einfach eine Gelegenheit zu einem Wiederanfang?

00:26:16: Dann würden wir weiter kommen zum Riesenrad, wo wir eben die bereits besprochenen Installation von Dominik Eulberg und Marcin Nowicki ihr lauschen können.

00:26:25: Dominic Eulberg ist ja DJ-Musicer aber auch Naturwissenschaftler und Aktivist und Marcini Nowicki ist eigentlich Artiller ist aber auch aktivistisch tätig im Chaos-Computer Club.

00:26:37: Und uns war es extrem wichtig, dass wir wenn wir schon so nah dran sind eben an der Lobau und dann die Thematik der Lobauer das wir irgendwie diese Zeitschneidigkeit des Ortes auch ein bisschen spürbar machen.

00:26:51: Und dann würden wir eh schon in die Nähe des Kunsthauses kommen, in die Mall-Wienmitte.

00:26:55: Wo man dann... Am

00:26:57: XXIII.,

00:26:57: XXIV.

00:26:58: und XXV.

00:27:00: sehen wir dort eine ganz tolle Performance von der Künstlerin Anna de Carlo.

00:27:05: Sie kommt aus Berlin und macht immer ein ganz neues Konzept und wir werden dort eingeladen im Big Casino mitzuspielen und zu schauen wie ist unser Fußabdruck?

00:27:17: Da sind wir uns überraschen was dort alles ... passieren wird, da wollen wir und können wir auch jetzt noch gar nicht so viel verraten.

00:27:23: Aber es sind natürlich in dieser Zeit zu dieser Performance alle eingeladen sich auf dieses Casino-Spiel einzulassen...

00:27:32: ...und hochzupurkönnen!

00:27:33: Ja

00:27:34: ganz hoch!

00:27:35: Aber auch in diesem Spiel gibt's keine Gewinnerinnen ohne Verliererinnen also Vorsicht.

00:27:40: Und dann natürlich werden wir noch weiter in die Untiefen des sehr großen dritten Bezirksfortringern in der Baumgasse.

00:27:47: Wir spielen eine Hausfassade von Wiener Wohnen gemeinsam mit Kai Liebder, die uns das Schweizer Street Art Tour Never Crew nach Wien bringen.

00:27:56: Die hier ihre erste Arbeit in Österreich umsetzen und die uns auch versucht vor Augen zu halten wie eigentlich die Natur im Spiel um Konsum und Kapital zu Spielzeugen gemacht und instrumentalisiert wird.

00:28:12: No Funny Games ist ein Programmpunkt in der Programmzäule Public Space.

00:28:17: Ein weiterer Programmpunkt ist Making Spaces Creatives for Vienna von der Wirtschaftsagentur, auch das findet im öffentlichen Raum statt.

00:28:24: Das heißt man kann in Wien die nächsten Wochen mehrere Spaziergänge machen und sich mit Kunst im öffentliche Raum auseinandersetzen.

00:28:31: Eine weitere Programmsäule ist das Kunsthaus Wien nämlich aus Festivalzentrale mit den beiden Ausstellungen Seeds Reclaiming Roots Soaring Futures Institute of Queer Ecology.

00:28:43: Aber das Kunst aus Wien wird als Zentrale auch scenografisch gestaltet, nämlich von Jascha und Franz gemeinsam mit Andrea Grill.

00:28:50: Vielleicht könnt ihr kurz umreißen was es dazu sehen gibt?

00:28:54: Das Schöne an der Festivalzentrale ist dass es nicht nur was zu sehen gibt, sondern es gibt auch etwas zu hören, was zu fühlen und was zu riechen.

00:29:02: Und sinnlich zu erfahren – das war genau der Grund wieso wir ja schon Franz eingeladen haben hier wirklich mit uns die Begrifflichkeit von Szenografie und von Gestaltung neu zu denken und entlang unseres Kernthemas an Speakable Worlds etwas zu entwickeln, was das Kunsthaus Wien als Ort erfahrbar macht, der in seinem Kerl dieses Thema aufgreift und nochmal verinnerlicht.

00:29:30: und spürbemacht, aber natürlich auch den örtlichen Gegebenheiten des Kunsthauses Wien in seiner Kundertwasserarchitektur auch nochmal entspricht.

00:29:38: Das ist kein Ort, den man jetzt durch eine überbordende Gestaltung irgendwie branden wollen würde, sondern es geht uns eher darum, in Details an diesem Ort zu entdecken was die Klima Bienale Wien isst.

00:29:49: Und ja schon Franz haben ein sehr schönes Konzept entwickelt, indem sie eben wirklich darum geht Sprache und unsere Erfahrung der Welt durchsprachig neu zu denken.

00:29:57: und Sie haben sich dazu die österreichische Künstlerin Autorin und Naturwissenschaftlerin Andrea Grill ins Boot geholt, die wirklich wunderschöne politische Texte produziert hat.

00:30:07: Einen davon hatten wir ja auch schon in unserem Reader zu unserem Leitmotiv den wir vor ein Zwischen ich glaube einem Jahr an unsere Partnerinstitutionen auch verteilt haben, die eingeladen waren thematisch entlang dieses roten Fadens auch ihr eigenes Programm zu entwickeln.

00:30:23: Und das war der Versuch das alles im Kunsthaus Wien als Nexus zusammenzuführen.

00:30:29: Eine weitere Säule ist Invadiate Matters, ein Ausstellungsprogramm in zehn unabhängigen Kunsträumen in Wien unter den Titel Speak We Must Speak.

00:30:37: Starten wird es am fünften vierten, also ein bisschen später als die Eröffnung und geht dann auch bis zehnten Fünften.

00:30:43: Warum sind unabhängige Kunsträume so wichtig für das Festival?

00:30:47: Ja, also Wien hat die größte Dichte und die größste Szene von unabhangligen Räumen in ganz Europa.

00:30:54: Ich würde mal sagen ohne die unabrangigen Räume geht in der Kunstszene eigentlich sehr, sehr wenig.

00:31:02: Diese werden oft von Stadt... und bunt gefördert.

00:31:06: Und die meisten Kunsträume in Wien stellen im Jahr zwischen zwei und fünf Ausstellungen da, und für die Klimabianale war es natürlich sehr wichtig auch diese Räume sichtbar zu machen – diese Unabhängigen, die wirklich einen sehr interessanten Beitrag für diese Stadt mit einbringen.

00:31:24: Und Speak We Must Speak wird sozusagen kuratiert von Anne-François.

00:31:30: Da sind wir wirklich froh, dass wir diese renommierte Kuratorin gewinnen konnten, gemeinsam mit den unabhängigen Räumen am eigenen Ausstellungen für die Klimabierennahle zu gestalten und auch zu präsentieren.

00:31:44: Wobei man sagen muss, dass die unabhängige Räume von Wien kuradieren eigentlich selbstständig und an Froschee schaut das diese Klammer passt gibt es abort schreibt die Texte und unterstützt.

00:31:55: aber die Eigenständigkeit der Independent Spaces muss und das ist auch wirklich sehr wichtig erhalten bleiben.

00:32:02: Die Zuschauerinnen der Klimabianale sind wirklich ganz, ganz herzlich eingeladen.

00:32:08: Ab den vierzehnten öffnen diese Räume ihre Türen und können zu den Öffnungszeiten besucht werden.

00:32:14: Und es sind wirklich sehr tolle Künstlerinnen und Kunstwerke auch in diesen Räumen zu sehen.

00:32:21: Ein Teil der Klima-Bianale ist die Soil Solutions and Strategies.

00:32:26: Das ist eine Kooperation mit zwar Wiener Kunstunis findet am Badeschiff statt, also da wurde sozusagen ein eigener Ort dafür gekappert.

00:32:33: Ist aber zeitlich ein bisschen begrenzter, also findet vom neunundzwanzigsten April bis zum dritten Mai statt mit Arbeiten und Programmen von ungefähr achtzig Studierenden.

00:32:43: was genau passiert dort?

00:32:44: Und warum gehört das unbedingt zur Bienale dazu?

00:32:47: Also das Interessante ist ja, dass eigentlich Solutions & Strategies am längsten dauernden Programmpunkt der Heurigen Klimabienale ist.

00:32:55: Die vier Klassen der Universität für angewandten Kunst und akademischer bildenden Künste haben bereits im Wintersemester begonnen an Projekten zu arbeiten die wir jetzt im Rahmen einer Fokuswoche am Badeschiff präsentieren werden.

00:33:10: Solutions & Strategies gab es ja auch in der letzten Festivalaufsage bereits und wir haben wirklich sehr beeindruckt davon, was die Studierenden für extrem tolle Einfälle hatten.

00:33:20: Und wir haben beschlossen dass das eine Programmschiene ist, die eigentlich einen noch prominenteren Platz im Festivalprogramm braucht.

00:33:28: Man kann eigentlich nicht Themen wie die Klimakrise behandeln, ohne auf die Stimme in der Zukunft zu hören und das ist genau das wozu Solutions & Strategies da ist.

00:33:37: Deswegen gibt es auch einen eigenen Ort an dem diese Arbeiten präsentiert werden können.

00:33:42: also wir haben so ein öffentlicher Raum aber ansonsten haben wir keinen anderen weiteren Spielort aufgemacht haben aber gefunden dass es eben konkret für Solutions and Strategies wichtig war diese Aufmerksamkeit noch mal wohin zu lenken, wo diese Dinge passieren.

00:33:57: Es passiert auch in dieser Fokuswoche an den anderen Örtlichkeiten der Klima-Bürnale wenig.

00:34:02: die Studierenden haben völlig freie Hand in der Gestaltung ihres Programms das heißt wir wissen doch nicht genau was wir dort sehen aber wir freuen uns darauf.

00:34:09: es wird bestimmt performatives installatives diskursives sicher auch die eine oder andere ausgelassene Feier Angelegenheit geben und wir freuen uns extrem darüber, dass wir das Badeschiff als Partner gewinnen konnten für diese Programmschiene.

00:34:24: Auch das Badenschiff ist ja als Ort in Wien eigentlich steht für viele es.

00:34:28: Es ist mitten im Zentrum der Stadt an der Grenze zwischen dem ersten und im zweiten Bezirk am Donaukanal, der einer der wichtigsten Aufenthaltsorte der Wiener Innen- und Wienern ist.

00:34:37: Weißt aber auch natürlich eine räumliche Nähe zum Kunsthaus und z.B.

00:34:41: zur Universität für angewandte Kunst auf und hat es wirklich geschafft in über all die Jahre, die es bereits besteht, sich in dieser Stadt trotzdem noch eine gewisse Widerständigkeit zu behalten – und wir hoffen, dass die Studierenden genau das aufgreifen und sich davon inspirieren lassen!

00:34:57: Und dann gibt es noch eine ganz, ganz wichtige Programmsäule nämlich die Partners in Climate.

00:35:02: Also viele Partnerinnen aus Kunst und Kultur mit Programmen in der Stadt.

00:35:07: also das Prinzip Zukunft entsteht gemeinsam und muss gemeinsam gestaltet werden.

00:35:11: wie hält man so ein Netzwerk kuratorisch zusammen ohne dass es sozusagen nur eine Liste ist?

00:35:17: Wie funktionieren diese Partnerschaften?

00:35:19: Ja, also es war für uns eigentlich von Anfang an klar.

00:35:21: Das wir das Erfolgsrezept der letzten Bienale weiterverfolgen wollten aber auch intensivieren wollten indem wir die Partnerschaften, die damals entstanden sind, weiter vertiefen.

00:35:31: D.h.,

00:35:32: wir sehen mit einer ganzen Reihe eine Institution in der ganzen Stadt den Austausch getreten und haben sie wirklich eingeladen sich inhaltlich einzubringen bei der Klimabianale.

00:35:41: Es gab eben wie bereits erwähnt einen Reader Indem wir fünf oder sechs Textbeiträge hatten und auch Sekundärliteratur, die wir wichtig finden im Zusammenhang mit dem Thema Unspeakable Worlds.

00:35:54: Und wir freuen uns extrem, dass so viele Institutionen diese Einladung gefolgt sind und sich auch wirklich Programm überlegt haben, dass das Thema UnSpeakable World auf den Punkt gebracht und wunderbar aufgegriffen hat.

00:36:06: Also man kann jetzt zum Beispiel ja schon die Ausstelle der Künstlerin Michelle Pierre-Colem im Fotoasinal sehen, die Kunsthalle Wien wird im Rahmen ihrer Ausstellung lebt und arbeitet in Wien ein eigenes Diskursprogramm mit dem Titel Die Stadt Brand präsentieren.

00:36:22: gemeinsam mit der Brunnenpassage unter Sinopale aus Istanbul haben wir ein Residency-Programm und eine Workshopreihe zum Thema Listening aufbauen können, die am Ende des Festivals auch im Rahmen einer öffentlichen Darbietung präsentiert wird.

00:36:38: Im Weißen Haus wird es eine Ausstellung und eine Performance Reihe von Choir of Kin geben in der Pflanzen quasi die Komponistinnen des musikalischen Scores sind.

00:36:50: Im Volkstheater wird jetzt eine Lesung mit Stefanie Sagenagel geben, die letztes Jahr in Röscher war.

00:36:57: Dazu eingeladen wird die Aktivistin und Politikwissenschaftlerin Dysen-Dekal, die im Moment dann in Berlin lebt aber eine Kurde ist.

00:37:06: Mit diesem Programm wollen wir auch nochmal unterstreichen welche Gesellschaftsformen gibt es, die es wert sind sich auch anzuschauen.

00:37:13: Schauen wir über den Dellerrand, schauen wir wo das Patriarchat sozusagen versagt hat und gibt es gesellschaftliche Strukturen vielleicht wie in Rocheva, wo das Matriarchat hochgehalten wird?

00:37:25: Das ist wirklich ein ganz außergewöhnliches Programm und da freuen wir uns dass das Volkstheater sich bereit erklärt hat mit uns gemeinsam diese Lesung zu gestalten.

00:37:33: Dann haben wir auch noch das Stadtkino, das eine eigene Reihe von Filmen macht einen ganz breiten Spektrum mit dem Thema der Klimakrise, Diversität und des Klimawandels auseinandersetzt.

00:37:47: Man sieht an dieser ganzen Reihe – wir haben jetzt sicher nicht alle aufgelistet – Buch macht eine Performance-Reihe die nicht im Buch stattfindet sondern etwas außerhalb in Aspern, die auch wirklich sehr interessant ist zum Anschauen.

00:38:01: Es sind so viele Institutionen nicht nur aus dem bildenden Bereich, sondern wir haben uns eben auch Institution mit an Bord geholt.

00:38:09: Die vom darstellenden Bereich kommen, die vom Kino herkommen, die von der Musik her kommen weil wir das wirklich als einen großen Bogen sehen und wir uns wirklich bemühen einem ganz breiten Reigen zu machen und die Klimakrise mit allen ihren Schwierigkeiten in den Fokus zurück.

00:38:27: Aber vielleicht nochmal auf deine Frage zurückzukommen, wie man den roten Faden beibehält?

00:38:32: Wir haben es natürlich bemüht indem wir quasi das Leidthema vorgegeben haben, aber ganz viel beruht natürlich auf der Bereitschaft der Institutionen und wir haben wirklich das Glück, dass wir extrem viele Wertschätzung von unseren Partnerinnen erfahren haben.

00:38:47: Dass wir überall mit offenen Armen aufgenommen worden sind wenn wir zu ihnen gekommen sind und es alle mit Freude, Bereitschäft gezeigt haben Teil unseres Programms zu sein.

00:38:56: Also das Festival bietet eigentlich ganz viele unterschiedliche Zugänge an Perspektiven, Zukunft und eröffnet einfach neue Sichtweisen.

00:39:03: Da ist sicher für jeden was dabei.

00:39:04: vielleicht noch eine Frage weil es sich doch ein sehr... großes Festival, ein sehr komplexes Festival.

00:39:10: Es ist sicher nicht einfach das alles zusammenzuhalten.

00:39:13: Ganz kurz was waren denn die größten Herausforderungen und vielleicht auch was an die schönsten Momente?

00:39:19: Also ich würde mal sagen die größte Herausforderung sind sicher dass in dieser Stadtkunst im öffentlichen Raum umzusetzen.

00:39:24: Da braucht es wirklich ganz viel Fingerspitzengefühl und ein ganz sorgsames Kuradieren in der Auswahl der Positionen.

00:39:32: Was ist umsetzbar, Wie sind die Vorgaben der Behörden?

00:39:39: Wen muss man aller kontaktieren, ob wirklich so über fünf Wochen lang eine Installation zum Beispiel am KS-Platz zu positionieren.

00:39:47: Große Herausforderungen liegen natürlich auch in der Kommunikation wenn wir so viele Partnerinnen und Mitstreiterinnen im Programm haben wie kann eine gute funktionierende Kommunikations stattfinden die auf Augenhöhe ist und das ist uns nämlich ganz wichtig dass dies auf Augen höher ist und dass wir uns gegenseitig wertschätzen.

00:40:08: Und ein Programm gemeinsam auf die Beine gestellt wird, das die Klimakrise in den Fokus

00:40:15: rückt.".

00:40:20: Wir auch alle mit limitierten Ressourcen arbeiten.

00:40:23: Also wir haben natürlich das Glück, im Kunsthaus Wien angedockt zu sein aber auch des Kunsthauses.

00:40:28: Wien ist ein Ausstellungshaus mit einem regulären Ausstellungsprogramm und das Festival ist etwas was wirklich noch dazukommt.

00:40:35: Das heißt auch da war es natürlich nicht immer einfach zu dem Zeitpunkt, zu dem es nötig gewesen wäre auf alles zugreifen was man gerade braucht.

00:40:43: und wir haben da wirklich Glück Und das war bestimmt auch eine der schönen Momente, dass auch da einfach viel Bereitschaft war sich einzubringen und viel Begeisterung für die Sache.

00:40:56: Ich glaube aber eigentlich also wir stehen jetzt noch kurz vor dem Festival und viele der schönsten Momente erwarten uns wahrscheinlich auch noch.

00:41:05: Das hoffe ich auch!

00:41:07: Vielleicht eine ganz kurze letzte Antwort zu der Frage, wie würdet ihr das Festival in einem Satz oder in einem Wort zusammenfassen?

00:41:15: Es ist immer die schwierigste Frage für Kuratorinnen.

00:41:19: Auf jeden Fall abwechslungsreich und vielschichtig und auch hoffentlich für jeden was dabei!

00:41:28: Vielleicht nicht in einem Satz aber... ... und machen Kunst für ein breites, vielschichtiges Publikum.

00:41:43: Und wir hoffen wirklich alle mitzunehmen!

00:41:48: Das Programm findet ihr auf bianalepunktwin.com und weitere Informationen zu Highlights und Hintergründe findet Ihr auf dem bianale Instagram-Kanal sowie im Festival Newsletter, bis bald bei

00:42:23: Kunststoffe!

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